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Lebensräume

 



Barbe und Lebensraum Fluß
Barbe und Lebensraum Fluß

Barbe / Lebensraum Fluss, Isar-Fluss-km 2,0 (Blick Richtung Isarmündung)



Bei Deggendorf, am Rande des Bayerischen Waldes, fließt die Isar in die Donau. Die Isar prägte hier im Mündungsbereich eine einzigartige Auenlandschaft.

Die eindrucksvolle Flusslandschaft wird geprägt von zwei Flüssen mit unterschiedlichem Charakter:

Die Isar - ein Gebirgsfluss und die Donau - ein Tieflandfluss

Das Mündungsgebiet der Isar ist auf den letzten 8 km noch freifließend, d. h. nicht gestaut. Bei Hochwasser der Donau wird die Isar teilweise rückgestaut. Somit bestehen im Mündungsgebiet enge Wechselbeziehungen zwischen Isar und Donau.

Besonders hervorzuheben ist der Fischartenreichtum: Insgesamt wurden 35 Fischarten vorgefunden. Hervorzuheben sind die Vorkommen der Donaubarsche: Schneider, Schrätzer und Streber. Auch bei Wasserinsekten (192 Arten), ist die Biodiversität und der Anteil an "Rote-Liste-Arten" sehr hoch.

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Lebensraum Altwasser Logo



Lebensraum Altwasser

Gelbe Teichrose
Lebensraum Altwasser
Eisvogel (© Moosrainer)



Die eindrucksvolle Flusslandschaft wird geprägt durch große Altwasserbereiche mit seltenen Vogelarten und weiten Röhrichtbeständen.

Im Isarmündungsgebiet sind neben dem Hauptgerinne der Isar, eine Vielzahl von Auegewässern vorhanden, wie Altwasser, Altarme, Gressen, Bäche, Gräben, Kleingewässer, Auetümpel und Weiher. Diese Vielfalt an Fließ- und Stillgewässern ist der Grund für die sehr hohe Bedeutung der Auegewässer für die Pflanzen- und Tierwelt.

Die großen Altwasser mit ihren großflächigen Röhrichten sind Brutplätze zahlreicher Wasser- und Sumpfvögel, wie z. B. Schnatterente, Krickente, Knäckente, Schlagschwirl, Sumpfrohrsänger u. a.

Eine Reaktivierung der Altwasser ist ein Zukunftsziel im Isarmündungsgebiet, das insbesondere für die Vogelwelt von großer Bedeutung ist.

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Lebensraum Weichholzauwald

Lebensraum Weichholzauwald
Silber-Weide



Dank der weit von der Isar abgerückten Deiche konnte ein breiter Auwaldgürtel erhalten bleiben. Auf den häufig überfluteten Standorten - vorwiegend im Uferbereich von Altwassern und in tieferen, häufig überschwemmten Senken - entwickelten sich Weidenwälder.

Regelmäßig und langandauernd überflutet die Isar die flussnahe Weichholzaue. Teilweise bis zu 200 Tage im Jahr heißt es "Land unter" in dem bis zu einem Kilometer breiten Vorland zwischen den Deichen.

Weiche, leichte Hölzer, wie verschiedene Weidenarten, Grau-Erlen und vereinzelt Schwarzpappeln, haben sich diesen Standortbedingungen angepasst. Sie ertragen die mit langandauernden Überschwemmungen verbundene Zug- und Druckbelastung sowie die Sauerstoffarmut im Wurzelbereich. Außerdem zeichnen sie sich durch Austrieb- und Regenerationsvermögen aus.

Das anspruchslose, leicht zu bearbeitende weiche Holz dieser raschwüchsigen und biegsamen Bäume hat dem Lebensraum seinen Namen gegeben.

Im nordwestlich gelegenen Teil der Weichholzaue sind noch die flächenmäßig größten Silberweidenauwälder vorhanden.


Hoher und niederer Weidenwald:

Der Baumweidenauwald (Hoher Weidenwald) im Isarmündungsgebiet stockt vorwiegend auf Standorten des Deichvorlandes, die noch regelmäßig überflutet werden. Die prägenden Baumarten sind Silberweide, Fahlweide und Bruchweide sowie Grau-Erle. Allerdings wurden im Isarmündungsgebiet auf großen Flächen Hybrid-Pappeln (Zuchtform) auf Standorte der Weichholzaue gepflanzt. Die eigentlich heimische Schwarz-Pappel ist im Isarmündungsgebiet nur selten zu finden. Der niedere Weidenauwald ist geprägt durch Strauchweiden, wie Mandelweide, Grauweide und Purpurweide. Sie ist vorwiegend im Uferbereich von Altwassern zu finden.

Der Weidenauwald weist im Gegensatz zur Hartholzaue keine Strauchschicht auf.

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Lebensraum Hartholzauwald

Lebensraum Hartholzauwald
Buschwindröschen mit Blaustern / Nest mit Pirol-Männchen und Jungen (beide Bilder © Moosrainer)



Der weiter entfernt vom Isar-Flußbett und höher liegende Hartholzauwald wird selten und nur bei extremem Hochwasser überflutet. Deshalb gedeihen sogenannte langsam wachsende, anspruchsvolle Harthölzer, die lediglich eine zwei- bis dreimonatige jährliche Überflutung überstehen. In der Hartholzaue an der Isar kommen vor allem Eschen, Stieleichen und Bergahorn vor, die eine stattliche Höhe von 25 Metern und mehr erreichen. Die früher noch vorkommenden Feldulmen, sind durch den Ulmensplintkäfer geschwächt und sind meist nur als kleinere Bäume zu finden.

Auf nässeren Standorten wachsen Traubenkirsche und auf trockeneren der Feldahorn und die Winterlinde.

Der tiefgründige Boden (Auelehm) ist bereits weiter gereift. Durch die stark bewegte Geländeoberfläche (Auenrelief) steigt das Grundwasser unterschiedlich hoch auf und es kommt zu unterschiedlicher "Wasserzügigkeit".

Besonders außerhalb der Deiche wächst eine üppige, sehr artenreiche Strauch- und Krautschicht.

Hartholzauwälder gehören in Mitteleuropa zu den arten- und strukturreichsten Waldtypen, mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Ihr Bestand ist jedoch äußerst gefährdet.


Farbenpracht im Frühling

Hartholzauwälder beeindrucken durch den ausgeprägten stockwerkartigen Aufbau der Baumschicht und die artenreiche Krautschicht.

Im Frühling - bei noch fehlender Belaubung - präsentieren sie sich als blau-weiß-gelber Pflanzenteppich, bedeckt mit Blaustern, Märzenbecher, Gelbem Windröschen, Hoher Schlüsselblume, Lungenkraut und verschiedenen Veilchen.


Der Pirol - ein tropischer Vogel in den Auwäldern

Der Pirol ist die einzige Art einer sonst in den Tropen verbreiteten Singvogelfamilie, die sich in die gemäßigten europäischen Klimazonen vorgewagt hat. Anfang Mai kehrt er aus dem afrikanischen Winterquartier in den Hartholzauwald zurück und baut sich in der Astgabel hoher Bäume ein eingeflochtenes Nest. Das prächtig gelbe mit schwarzen Flügeln gefiederte Pirol-Männchen ist ein hervorragender Versteckkünstler und hält sich im dichtem Laubwerk verborgen. Dagegen sind häufig seine flötenartigen Rufe (melodisches "düdlioh") zu hören.

Das Pirol-Weibchen ist grünlich gefärbt und ihr Ruf klingt rätschend.

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Lungenenzian / Springfrosch (© Moosrainer)/ Duftlauch
Lebensraum Au- und Streuwiese mit Sibirischer Schwertiris

Lungenenzian / Springfrosch (© Moosrainer)/ Duftlauch
Lebensraum Au- und Streuwiese mit Sibirische Schwertlilie



Au- und Streuwiesen von wechselnass bis wechseltrocken sind in Altlaufsenken und am Rande des Auwaldgürtels zu finden. Die Wiesen werden ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Sie bieten Lebensraum für seltene Blumen, wie z. B. Kanten-Lauch oder Lungen-Enzian.

Streuwiesen wachsen auf feuchten bis nassen, meist anmoorigen Böden. Diese Wiesen werden extensiv genutzt, d. h. nicht gedüngt und höchstens einmal im Jahr gemäht, und zwar im Herbst, wenn das typische Pfeifengras und die Sauergräser strohig geworden sind. Die früher übliche Verwendung des Mähgutes als Einstreu für das Nutzvieh, gab diesem Wiesentyp seinen Namen. In der modernen Landwirtschaft hat diese ehemals typische Bewirtschaftungsweise keine Bedeutung mehr. 

Streuwiesen gehören jedoch zu den artenreichsten und farbenprächtigsten Wiesentypen im Isarmündungsgebiet. Da Streuwiesen ohne Nutzung brachfallen und ihr Artenreichtum und ihre Blütenpracht somit verschwindet, versucht der Landkreis Deggendorf durch gezielte Pflegemaßnahmen mit örtliche Landwirten die Streuwiesen langfristig zu erhalten.

Zu finden sind Streuwiesen in den von der Isar weiter entfernt liegenden Senken der ehemaligen Isarschleifen, die heute noch bei steigendem Grundwasser mit Wasser angefüllt sind.

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Lebensraum Brennen

Schmetterling: Silbergrauer Bläuling
Pyramiden-Orchis / Ästige Graslilie
Lebensraum Brenne / Warzenbeißer



Brennen sind flachgründige, sandig-kiesige Standorte entlang der Alpenflüsse. Trockene Magerrasen sind floristisch besonders artenreich (vgl. Foto unten). So finden sich im Isarmündungsgebiet Frühlingsenzian, Rauher Alant und viele Orchideenarten.

Es ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, daß Trockenstandorte auch in Auen auftreten, die durch wechselnde Wasserstände geprägt sind. Magerrasen wachsen auf Ablagerungen von Kiesen und Sanden, die bei reissendem Isar-Hochwasser aufgeschüttet wurden (sog. "Brennen").

In den Alpentälern werden die Magerrasen heute noch als "Haiden" bezeichnet. Hierbei handelt es sich um typische Halbtrocken- und Trockenrasen auf kalkhaltigen sandig-kiesigen Böden.

Die Pflanzen der Magerrasen sind wahre Hungerkünstler. Sie wachsen auf völlig ungedüngten, sehr trockenen Böden und sind außerdem ausgesprochene Lichtliebhaber. An die besonderen Lebensbedingungen haben sie sich durch Verdunstungsschutzeinrichtungen (wie niedriger Wuchs, Wachsüberzug, dichte Behaarung usw.) angepaßt.

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