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Tierwelt

Das Isarmündungsgebiet ist von mitteleuropäischer Bedeutung für eine Vielzahl von Tieren, z. B.

 

Vogelwelt:

Weißsterniges Blaukehlchen (größte Population in Mitteleuropa)
Weißsterniges Blaukehlchen (© Moosrainer)

Blaukehlchen:

Das Blaukehlchen kommt im Isarmündungsgebiet mit einer der bedeutensten Dichten in ganz Mitteleuropa vor: Grund dafür ist das nahezu ideale Lebensraummosaik aus Schilf, Wasser und Weidendickkichten unterschiedlichster Alters- und Sukzessionsstadien inmitten intakter, größerflächiger und v.a ungestörter Weichholzauen.

 

 

 

Mittelspecht
Mittelspecht

Mittelspecht:

Im Isarmündungsgebiet kann von bis zu zehn Mittelspechtrevieren ausgegangen werden. Dieser sehr seltene Specht ist als Nahrungsspezialist auf alten Baumbestand mit grobrissiger Borke angewiesen: Das sind mit von ihm bevorzugten alten Eichen und Eschen, typische Vetreter der hier noch sehr naturnahen, geophytenreichen Hartholzwälder.

 

 

 

Halsbandschnäpper
Halsbandschnäpper (© Moosrainer)

Halsbandschnäpper:

Der Halsbandschnäpper kommt im Isarmündungsgebiet, auch aufgrund der Bereitstellung von speziellen Nistkästen durch den LBV, in bayernweit wieder beachtlichen Beständen vor. Der Natürlichkeitsgrad der Weich- und Hartholzwälder im Naturschutzgebiet läßt hoffen und erwarten, dass sich das Höhlenangebot an Naturhöhlen, gebaut vom hier vorkommenden Klein-, Bunt,- und Mittelspecht noch deutlich verbessert.

 

 

Amphibien:


Moorfrosch:
Der Moorfrosch besiedelt bevorzugt Lebensräume mit hohem Grundwasserstand und ist daher ein typischer Bewohner der Niedermoore. Im Isarmündungsgebiet kommt er allerdings in den Altwässern uns Senken des Flusses vor. Eine Untersuchung von PAN (Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH, München) (2005) ergab, dass in 28 untersuchten Gewässern 2005 115 Laichballen des Moorfrosches gefunden wurden. Insgesamt wird die Moorfroschpopulation im Isarmündungsgebiet durch ein Monitoring des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz genauer untersucht.

Springfrosch:
Der Springfrosch liebt lichte und relativ trockene Laubwälder. Er ist nicht wie der Moorfrosch an einem hohen Grundwasserstand gebunden. Sein Spektrum an Gewässern für die Laichballenablage ist breit: Niedermoore in Waldrandlage, gut besonnte Sümpfe innerhalb des Waldes, Altwasserarme, aber auch ruhige Fluß- und Bachabschnitte. Außerhalb der Fortpflanzungszeit hält sich der Springfrosch in dichteren Bereichen der Krautschicht von Wäldern auf, besiedelt aber auch angrenzende Wiesen- und Kahlschlagbereiche. Die Winterquartiere liegen in tieferen Bodenbereichen.

www.amphibienschutz.de/amphib/spfr.htm


Fische:

Nach dem Gebietsdatenbogen des LfU kommen im Isarmündungsgebiet folgende Fischarten von europäischer Bedeutung vor:

Huchen (Hucho hucho)

Huchen
Huchen (© Bernd Tombek)
  • der "Donaulachs" - größter Salmonide des Donaueinzugsgebiets
  • größter 1m (bis ca. 1,5m)
  • Laichzeit: März bis Mai
  • litophil
  • Hauptgefährdung: mangelnde biologische Durchwanderbarkeit der Gewässer,
    degeneriertes Laichsubstrat

 

Rapfen bzw. Schied (Aspius aspius)

Rapfen bzw. Schied
Rapfen bzw. Schied (© Bernd Tombek)
  • echter Raubfisch unter den Cypriniden
  • bis 1m
  • jagt vergleichbar Schwertfischen in dem er mit hoher Geschwindigkeit
    einen Futterfischschwarm attackiert
  • Laichzeit: April-Juni
  • lithophil
  • Hauptgefährdung: mangelnde biologische Durchwanderbarkeit der Gewässer, degeneriertes Laichsubstrat
  • wird juvenil oft mit der Laube/Ukelei verwechselt

Zingel, Streber und Schrätzer
(Zingel zingel, Zingel streber, Gymnocephalus schraetser)

Zingel (© Bernd Tombek)
Schrätzer (© Bernd Tombek)
  • die 3 endemischen Donaubarscharten
  • Zingel: bis 0,5m
    Laichzeit: März bis Mai, lithophil
    Zeichnung: unregelmäßige dunkle Bänder, kann die Augen unabhängig bewegen, Schwimmblase zurückgebildet
  • Streber: bis 0,2m
    Laichzeit: März bis April, lithophil
    Zeichnung: deutlich getrennte dunkle Querbänder, Schwimmblase völlig zurückgebildet

Libellen:

Prachtlibellen-Männchen
Prachtlibellen-Männchen


Die Libelle fliegt vorwiegend an fließenden Gewässern. Das Weibchen legt die Eier in Wasserpflanzen. Die Larven leben im Wasser und überwintern z. B. an Schwimmpflanzen. Die Entwicklung zum erwachsenen Tier beträgt ein bis zwei Jahre.

Königslibelle Auge
Auge der Blaugrünen Mosaikjungfer


Libellenkörper gliedern sich in die Abschnitte: Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Der Kopf trägt ein Paar kurze, fadenförmige Fühler und seintlich große Komplexaugen, die sich aus einer Vielzahl von Einzelaugen (Ommatidien) zusammensetzen. Die zahl der Einzelaugen kann etwa 30.000 betragen.

Vogel-Azurjungfer
Vogel-Azurjungfer


Die Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum) ist eine Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie (in Deutschland gültig seit 01.05.2004) und eine nach dem Bundesartenschutz-Vo streng geschützte Tierart. Sie kommt im Isarmündungsgebiet vor und ist deutschlandweit "vom Aussterben bedroht".


Tagfalter:

Silbergrüner Bläuling
Silbergrüner Bläuling


Der Schmetterling fliegt im Isarmündungsgebiet auf den relativ kleinen Brennen. Er gehört zur Familie der Bläulinge und bewohnt Magerrasen.


Nachtfalter:

Paarungsbild vom "Kleinen Nachtpfauenauge"
Paarungsbild vom "Kleinen Nachtpfauenauge"


Das Isarmündungsgebiet besitzt eine sehr artenreiche Nachtfalterfauna. Insgesamt konnten bei Untersuchungen 332 Nachtfalterarten nachgewiesen werden.


Wasserschnecken:

Donaukahnschnecke
Donaukahnschnecke


Das Flussbett der Isar und Donau im Bereich der Mündung ist Lebensraum für viele Land- und Wasserschnecken. Das Isarmündungsgebiet ist auch hinsichtlich Land- und Wasserschnecken von deutschlandweiter Bedeutung.


Wasserinsekten:

Zahnflügel-Tauchkäfer
Ähnlicher Zahnflügel-Tauchkäfer


In der Unteren Isar konnten bisher 392 verschiedene Arten der Wasserwirbellosen nachgewiesen werden. Vermutlich während der letzten Eiszeit - vor den Alpengletschern geflohen - ist der Ähnliche Zahnflügel-Tauchkäfer.